Bin verzweifelt!

Traude1
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Beiträge: 1
Ich hatte in meinem Leben insgesamt schon 4 Katzen und nie Probleme. Bis vor zwei Jahren hatte ich zwei Kater und eine Katze gemeinsam. Die beiden alten sind innerhalb eines Jahres mit 18 und 18,5 Jahren verstorben. Jetzt haben wir nur mehr unseren Carlo, sechs Jahre alt, der jetzt ein richtiges Alphatier geworden ist.

Seit einem Jahr füttere ich gleich in der Nähe zwei Streunerkater - Felix und Pauli. Felix, ca. 4-5 Jahre alt, wurde lange von einer älteren Frau gefüttert, die leider verstorben ist und eines Tages war der kleine Pauli da, ich schätze ihn so auf 1 ½ bis 2 Jahre, er war dürr, schreckhaft, verlaust. Er wurde durch das regelmäßige Futter, durch entwurmen und entflohen und nach dem Kastrieren ein wunderschöner großer lieber Kater, ein richtiger Schmuser, der mich sehr liebt und ich ihn auch. Aber er ist nach wie vor schreckhaft und geht manchmal auch mir nicht immer zu.

Jedenfalls wollte ich ihn und auch den Felix aufnehmen, Haus und Garten wäre groß genug für alle. Ich habe Pauli, den schreckhaften, drei Tage eingesperrt und versucht, ihn an unser Haus zu gewöhnen.
Am ersten Tag und in der ersten Nacht war alles ruhig, er hat sogar bei mir geschlafen und die halbe Nacht laut geschnurrt. Dann fing es an, er hat alle Fenster und Türen bearbeitet, laut geschrien und war nur kurz zu beruhigen. Er war scheinbar noch nie in einem Haus und hat sich vor allem gefürchtet, Panik bei der Klospülung usw.

Nach der dritten schlaflosen Nacht und zerkratzten Tapeten habe ich beschlossen, ihn wieder in die Freiheit zu entlassen und in kleinen Schritten an unser Haus zu gewöhnen. Das ist mir auch wirklich gut gelungen – Fütterung vor der Haustüre, dann immer reintragen, ihn die Katzenleiter und das Katzentürl zeigen und siehe da, irgendwann ist er bei der Katzentür wirklich reingekommen. Er hat sich sehr gefreut und ich auch.

Ende gut – alles gut? Glaubt man nur, denn jetzt kommt's. Ich habe die Rechnung ohne unseren Carlo gemacht – der spuckt Gift und Galle. Ich habe einmal nicht aufgepasst und er hat den Kleinen, der ja eigentlich größer ist als er selber, brutal verjagt. Auch der Felix kommt nicht mehr zum Haus, weil er auch verjagt wird.

Carlo, der ja sonst die meiste Zeit im Haus liegt und schläft, streift jetzt ständig in seinem Revier herum und kontrolliert alles. Jetzt war der Kleine drei Tage nicht da – ich hab mir schon die größten Sorgen gemacht – Jäger, Autounfall usw. Am vierten Tag hat er auf mein Schreien wieder geantwortet. Ich habe ihn an der ursprünglichen Futterstelle gefüttert und er geht dann mit, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Dann jammert er mir hinterher und alles rufen meinerseits nützt nichts. Fangen lässt er sich dann auch nicht. Er mauzt und mauzt, aber lässt mich nur einen Meter an sich heran. Mein Eindruck ist, er will mit, aber traut sich nicht.

Jetzt bin ich seeehhhrrr unglücklich mit dieser Situation. Nachdem er jetzt schon wieder zwei Tage nicht da ist, denke ich mir, er wird sich irgendwo verkrochen haben, es ist ja sehr kalt draußen. Aber so kann es doch auch nicht weitergehen.

Was soll ich machen – alles lassen wie es ist, füttern, pflegen und sonst nichts – für niemanden eine zufriedenstellende Lösung, oder?

Ihn wieder einfangen und zu Hause einsperren – auch keine Lösung, weil er die Freiheit liebt und braucht.

Wie es sich jetzt darstellt, fürchtet sich der Kleine vor unserem Carlo und ergreift deswegen die Flucht – gibt es da überhaupt je eine Chance?

Erschwerend ist, dass es draußen sehr kalt ist und da tun mir beide Kater besonders leid. Ich überlege gerade ein Katzenhaus anzuschaffen, damit sie einen warmen Schlafplatz haben (Schuppen und Scheunen gibt es) – aber ich weiß jetzt nicht, wo ich das hinstellen könnte, denn Carlo kontrolliert ja die Gegend.

Was kann ich tun?

Danke, dass ich mir alles einmal von der Seele schreiben durfte, entschuldigt, es ist lang geworden. Wisst ihr, wenn man Tierliebhaber / Katzenliebhaber ist und nicht wegschaut, dann hat man es schwerer im Leben.

Liebe Grüße
Traude
weckener
  • Forenkätzchen
Beiträge: 52
Liebe Traude, das ist eine schreckliche Situation. Ich kann Dir deinen Kummer nachfühlen. Eine Idee, wie man da weiter vorankommen kann, habe ich zur Zeit nicht. Wenn dein Carlo so sehr Einzelkater geworden ist, der keine Götter neben sich erduldet, ist guter Rat teuer...
Die Idee eine Schlafecke einzurichten finde ich gut, vielleicht kann man sie so abtrennen, das die beiden eine Möglichkeit haben, ohne das Carlo sie sieht (riechen tut er sie dann schon), das sie nach der anderen Seite weglaufen können...

Sicher haben andere User bessere Ideen, ich hatte 3 Katzen und ein Kater wollte auch hier einziehen, er hat immer gewartet, bis meine bösartigen Weibchen mit anderen Sachen beschäftigt waren, dann ist er ins Haus geschlichen und hatte sich ein Eckchen, wo er schlafen konnte, gesucht. Meine Katzen konnten ihn überhaupt nicht leiden, haben sie ihn gesehen, ging die große Jagd mit Geschrei und Gefauche los. das ging 8 Jahre so...
danim1703
  • Forenkätzchen
Beiträge: 98
Hallo Traude, ich kann mir glaube ich ganz gut vorstellen, wie Du Dich gerade fühlst mit dieser wirklich nicht schönen Situation. Letztlich ist es so, wie weckener oben schon sagte: Carlo möchte Alleinherrscher in seinem Haus sein. Das wirst Du kaum aus ihm rausbringen. Er verteidigt ja auch "nur" sein eigenes Revier und schützt es vor Eindringlingen.

Wenn Du die Möglichkeit hast, für die beiden Kater irgendwo ein warmes, wind- und wettergeschütztes Häuschen aufzustellen und ihnen dort täglich Futter hinzustellen, wäre das natürlich super. Allerdings kann ich Dir auch nicht sagen, wohin... wenn Carlo die ganze Gegend abklappert und kontrolliert, dürfte das ein Problem sein. Vielleicht ein Stückchen weiter weg von eurem Haus? Puh, schwierig, da was zu raten, wenn man die Gegebenheiten vor Ort nicht kennt.

Ich drücke Dir und en Katerchen auf jeden Fall die Daumen, dass ihr eine Lösung findet. Vielleicht hilft Dir ja der Katzenschutzverein, den es sicher auch in Deiner Gegend gibt. Die kennen sich mit derartigen Situationen im Regelfall ja sehr gut aus und wissen Rat.

Liebe Grüße,
Dani
PitaPata Cat tickersPitaPata Cat tickers
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Catalou
  • Mäusejäger
Beiträge: 714
Hallo Traude,
Bei Zooplus gibt es ein Katzenhaus aus Holz, das man aber leider selber zusammenbauen muss. Mit einigem Geschick ist das kein Problem. Es kostet € 28,-. Ich hatte so ein Holz-Katzenhaus für eine Streunerkatze gekauft, zusätzlich innen mit Styropor ausgekleidet und mit Zeitungspapier und Heu befüllt. Das Häuschen wurde sofort angenommen und der Menschen gegenüber unfreundliche Streunerkater überstand darin auch Minusgrade. Eventuell könntest du das Häuschen zur Eingewöhnung auch vorerst im Haus aufstellen.
Wenn du Zooplus nicht findest, gebe ich dir per PN gerne den Link.

LG Tina
Am Ende wird immer alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende
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