Wildernde Katzen: Pro oder Contra?

Ruedieltern
  • Forenkätzchen
Beiträge: 14
Eben habe ich hier einen Blogbeitrag gelesen.

Es geht darum, dass Katzenbesitzer sich darüber beschweren, dass sie ihre Katzen "einsperren" sollen.

Unsere einheimischen "Kleinlebewesen" kommen auf die Schwemme an wildernden Katzen nicht mehr klar.

Von einigen Katzenbesitzern wird gemutmaßt, dass das eben der Lauf der Natur sei und das dass Gleichgewicht der Natur durch wildernde Katzen aufrecht erhalten würde.

Fakt ist aber, dass genau dieses durch wildernde Katzen auf den Kopf gestellt wird.

Unsere Katzen sind hier nicht einheimisch. Sie sind in der Anzahl (wildernderweise) auch nicht vertretbar. Zumindest nicht, wenn sie unkontrolliert wildern gehen können.

Jetzt wird sich über die Tierschützer aufgeregt, die verlangen, die Katzen einzusperren.

Es fehlt diesen Katzenbesitzern aber jedes Wissen darüber, wie dieses Ungleichgewicht zustande kommt und, dass überhaupt ein Ungleichgewicht zustande kommt. Dass das für diejenigen ein komplett neues Thema ist, finde ich schon auszeichnend.

Es gibt auch genügend Alternativen.

Statt die Katze einzusperren, kann man sie nur zu bestimmten Tageszeiten rauslassen. Am besten zur/nach der Dämmerung.

Man könnte der Katze einen gesicherten Freilauf einrichten und vor allem: Der Katze einen Katzenkumpel besorgen, damit sie sich in der "Drinnenzeit" nicht langweilt.

Der Katze ein Glöckchen umbinden. Hier ist Obacht geboten, damit sich die Katze nicht am Halsband stranguliert. Eventuell ein gut sitzendes Geschirr mit Glöckchen? Hier ist eben etwas Kreativität gefragt.

Es gibt sicher noch viel mehr Wege, wie man der Katze und unserer Umwelt gerecht werden kann.

Einfach über die Tierschützer zu schimpfen, finde ich unmöglich. Etwas mehr Engagement außerhalb des "eigenen Tierreichs" wäre schon wünschenswert.

Wie seht ihr das?

Ich freue mich auf hitzige, aber durchdachte Diskussionen mit Weitblick, Verständnis und Respekt
christianeadler
  • Schmusekätzchen
Beiträge: 235
Meiner Meinung nach geht die Diskussion in Deutschland an der Realität vorbei. In Neuseeland, wo am Boden lebende Vögel keine natürlichen Fressfeinde hätten und nun durch eingeschleppte Katzen an den Rand der Ausrottung gebracht werden, sieht das anders aus.
Wir haben keine Natur, sondern eine Kulturlandschaft mit sterilen Anbauflächen, Überdüngung, Insektiziden und Abfällen, was vielen Vogelarten, Feldhasen, Igeln und Fledermäusen zum Verhängnis wird. Ihne fehlt der Lebensraum, und das Problem ist menschengemacht. Wir sind auch von einem sogenannten Gleichgewicht in der Natur weit entfernt, weil natürliche Fressfeinde wie Wildkatzen, Dachse, Wölfe und einige Raubvogelarten fast ausgerottet sind und Füchse bejagt werden. Auch daran sind nicht die Hauskatzen schuld. Sie eignen sich nur gut als Sündenböcke für unsere schief gelaufenen Manipulationen. Bedenklich ist aus meiner Sicht die zunehmende Zahl der verwilderten Katzen, deren Reviere fern ab von menschlichen Behausungen liegen, darum teilweise auch in Naturschutzgebieten.

Da ich mich selbst an der (bei mir noch!!!) vorhandenen Artenvielfalt erfreue, habe ich meine Katzen und ihr Jagdverhalten ausgiebig beobachtet. Kastriert und gut gefüttert (Jagd nur als artgerechte Beschäftigung) haben sie nur ein kleines Revier mit etwa 200 Metern Radius. Meine Katzen sind nur tagsüber draussen, können also keine Tiere im Schlaf erwischen. Bei zwei Bäumen mit Nestern von Haselmäusen, Siebenschläfern und Amseln wird im Frühjahr der Stamm mit Draht umwickelt. Genauso werden auch im Winter die Futterstellen gesichert. Ansonsten habe ich beobachtet, dass die Nester ohnehin an unzugänglichen Stellen im dichten Bewuchs, an dornigen Ästen oder unter Dachbalken gebaut werden, wo sich keine satte Katze hin verläuft. Von bislang zwölf Katzen waren überhaupt nur zwei, die auf Bäumen jagen. Interesse an Vogeleiern haben meine ohnehin nicht, weil sie die zuhause bekommen. Vögel, die aus dem Nest fallen oder am Boden nicht wegfliegen, werden sicher gefressen, aber das halte ich nun wirklich für natürliche Auslese.

Wenn ich bei meinen Katzen eine Bilanz ihrer Beute ziehe, sind es überwiegend Mäuse, die ich zwar auch knuffig finde, aber die wohl nicht des Tierschutzes bedürfen. Einmal wurde leider ein Feldhasenbaby erlegt, das sich am Tag aus der Dornenhecke heraus getraut hatte. Ein Wiesel, ein Steinmarder und einige Ratten haben im Kampf verloren. Die Jäger haben meine Katzen wohl auch schon geärgert, weil sie ein paar Jungkaninchen erwischt haben, die dann im Winter nicht mehr für den menschlichen Verzehr geschossen werden konnten. Da sehe ich allerdings keinen Handlungsbedarf, meine Katzen in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken.
astridguenther
  • Forenkätzchen
Beiträge: 14

Wildernde Katzen

Ich verweise auf den Thread zum Thema Kastration. Wenn jeder Katzenbesitzer seine Lieblinge kastrieren lässt, können keine unkastrierten Freigänger-Kater mehr mit streunenden Katzen Kitten zeugen, die Katzenpopulation geht zurück und es werden weniger Vögel gefangen.
Ganz verhindern, daß mal ein Vogel gefangen wird, kann man natürlich nicht, aber warum auch? Sicher kann man Mitleid mit dem Vogel haben, und das habe ich auch, genau wie mit der Antilope in Afrika, die vom Löwen gerissen wird, aber das ist nun mal die Reihenfolge der Nahrungskette.
Aber: Je mehr streunende Katzen, die sich von gefangenen Vögeln und Mäusen ernähren müssen, umso mehr wird der Vogel- und Kleintierbestand dezimiert. Kastration könnte bei der Lösung des Problems helfen.
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