Teresa Keiditsch

Tierärztin Teresa Keiditsch arbeitet in der internistischen Abteilung für Hund und Katze an der
Medizinischen Kleintierklinik, die sich mit Erkrankungen aller
Organsysteme (Harntrakt, Magen-Darm-Trakt, Atmungstrakt),
Hormonelle Erkrankungen und Infektionskrankheiten beschäftigt.
Teresa Keiditschs spezieller Forschungspunkt bezieht sich
auf FeLV und FIV-Infektionen bei Katzen.
Privat hat sie selbst eine FIV-infizierte Katze bei sich aufgenommen.
Wissenswertes zu FelV

FeLV


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Was versteht man unter FeLV?

FeLV ist die Abkürzung für felines Leukämievirus. Es handelt sich hierbei um eine Infektion mit einem sogenannten Retrovirus. Umgangssprachlich wird auch von Leukose (Überbegriff für Tumoren der weißen Blutzellen) gesprochen. Diese Bezeichnung ist nicht immer korrekt, da Tumoren der weißen Blutzellen bei einer FeLV nicht unbedingt auftreten.Mit FeLV können sich alle Feliden (Katzenartige), so auch unsere Hauskatzen, infizieren. Bei Menschen gibt es keine Hinweise für mögliche Infektionen mit FeLV.

Wie funktioniert die Übertragung?

Das Virus wird immer direkt übertragen, da es in der Außenwelt kaum überleben kann. Die häufigste Form der Übertragung stellt der Speichel dar. Aber auch Blut und Kot enthalten Viruspartikel, die andere Katzen infizieren können (Bluttransfusionen, Flohbisse).

Wie viele Katzen sind mit diesem Virus infiziert?

Die Anzahl der Katzen, die mit FeLV infiziert sind, hat in den letzten 15 Jahren stark abgenommen. So waren es 1993 noch ca. 6 % aller Katzen in Deutschland; heute beschreiben Studien ein Vorkommen dieser Infektionskrankheit von ca. 1 %. Dies lässt sich durch ein häufigeres Testen und zunehmende Impfungen erklären.Natürlich beziehen sich diese Zahlen nur auf getestete Katzen.

Wie ist der Verlauf dieser Infektionskrankheit?

FeLV kann in verschiedene Infektionsstadien eingeteilt werden. Es gibt Katzen, die es schaffen das Virus an der Eintrittspforte zu bekämpfen. Diese Katzen nennt man „Regressorkatzen“. Sie sind in nachfolgenden Tests zum Virusnachweis negativ.Auf der anderen Seite können die Viren auch in die Blutbahn gelangen („Virämie“). Auch dann schaffen es einige Katzen dieses Virus zu besiegen („transiente Virämie“). Bei „latent infizierten Katzen“ ist das Knochenmark bereits infiziert; d.h. das Virus kann nicht mehr vollständig eliminiert werden und ruht im Körper der Katze.Die vierte und schwerste Verlaufsform einer FeLV-Infektion ist die „persistierende Virämie“. Hierbei schaffen es die Katzen nicht das Virus zu bekämpfen und sind meist lebenslang infiziert.Aufgrund dieser verschiedenen Formen sollte auf den ersten positiven Test immer ein zweiter Bestätigungstest folgen.

Welche typischen Symptome treten bei dieser Infektionskrankheit auf?

Zunächst kann eine Infektion mit FeLV längere Zeit ohne sichtbare Symptome verlaufen. Im späteren Verlauf treten viele unspezifische Krankheitssymptome auf wie Tumoren, Blutbildveränderungen, Entzündungen verschiedener Organsysteme (Augen, Gelenke, Niere, Nervensystem etc.). Werden Feten im Mutterleib infiziert und überleben bis zur Geburt, sind sie typischerweise sehr schwach, klein und sterben frühzeitig („fading-kitten-syndrom“).

Wie kann diese Krankheit diagnostiziert werden?

Prinzipiell sollte von jeder Katze ein Status zu dieser Krankheit bekannt sein. Es gibt viele verschiedene Tests, bei denen man Teile des Virus im Blut nachweist.Ein negativer Nachweis von Antikörpern ist nicht aussagekräftig, da auch persistierend virämische Katzen (siehe oben) niedrige oder keine Antikörper-Titer aufweisen.

Kann die Krankheit therapiert werden?

Derzeit gibt es kein Medikament, das den Patienten heilen kann. Allerdings gibt es einige Medikamente, die zu einer Linderung der Symptome führen können. Häufig verwendet wird AZT (Zidovuvin), das die Vermehrung des Virus aufhält.

Gibt es eine Impfung?

In Deutschland gibt es zugelassene Impfstoffe gegen FeLV. Allerdings sollte vor der ersten Impfung ein Test auf FeLV durchgeführt werden.

Wie sieht das Management infizierter Katzen aus?

FeLV-infizierte Katzen sollten im Haus gehalten werden; dies dient zum Einen dem Schutz der eigenen infizierten, immungeschwächten Katze und zum Anderen aller anderen nicht-infizierten Katzen, die sich anstecken könnten.Alle anderen im Haushalt lebenden Katzen sollten auch auf diese Infektionskrankheit getestet werden. Eine Trennung der positiven und negativen Tiere muss von Fall zu Fall individuell abgewogen werden.

Alle Katzen mit unspezifischen Krankheitssymptomen und auch alle Katzen, die neu in einen Haushalt/Bestand aufgenommen werden, sollte auf diese Infektionskrankheit getestet werden.

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